Die Lotusblume im Wandel
Newsletter vom 20.07.2025 zur Schließung
des Yoga-Studios Ende September 2025
des Yoga-Studios Ende September 2025

Ihr Lieben,
heute schreibe ich euch mit offenen Herzen und dem Wunsch, euch auf einen neuen Abschnitt meines Yoga-Weges mitzunehmen. Wer regelmäßig bei mir Yoga praktiziert, kennt diese Worte: „Dinge kommen und gehen.“ Im Zyklus des Lebens wechseln Entstehung, Bestand, Veränderung und irgendwann Auflösung. Das Studio Lotusblume war 13 Jahre lang ein Ort, an dem ich meine Begeisterung für Yoga mit euch teilte. Es war meine Vision, mein Herzensprojekt, ein Raum des Friedens, der Entspannung, der Erholung, der Freude und des gemeinsamen Lernens. Ich danke euch von ganzem Herzen, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet habt.
Seit zweieinhalb Jahren ist eine Stagnation meines Yoga-Business zu verzeichnen. Veränderungen in der Yoga-Branche und das wirtschaftliche Umfeld erschweren den rentablen Betrieb eines Studios zunehmend. Nach langem Ringen habe ich mich schweren Herzens entschlossen, den Betrieb des Studios Ende September einzustellen. Die Marke Lotusblume Yoga & Ayurveda bleibt bestehen. Ich biete weiterhin Yogakurse, Präventionskurse, Workshops und Retreats an verschiedenen Standorten an. Katrin setzt ihre Ayurveda Beratung und Behandlungen wie gewohnt fort.
Ihr kennt mich: wie immer sind mir Yoga-Konzepte eine Hilfe, um die Wellen des Lebens zu reiten. Unterstützung habe ich gefunden in dem Buch von Diana Sans „Mit dem Leben Tanzen - Die 10 Weisheitsgöttinnen des Tantra als Begleiterinnen durch Licht und Dunkelheit“. Die zehn Mahavidyas verkörpern zentrale Prinzipien der tantrischen Philosophie. Jede Göttin steht für eine Phase des universellen Umbruchs. Sie repräsentieren unterschiedliche Perspektiven sowie Lehren für die spirituelle Praxis und das Leben.

Loslassen von Anhaftung
Als ich die Entscheidung traf, das Studio zu schließen, kam ich mir vor wie CHINNAMASTA, die sich selbst den Kopf abschlägt. Die Lotusblume war 13 Jahre lang ein Teil von mir. Ich war Gründerin, Studiobesitzerin und Yogalehrerin. Mit viel Engagement habe ich das Yoga-Studio aus dem Nichts erschaffen. Nun gilt es, die Rolle der Studiobesitzerin hinter mir zu lassen. Die Göttin steht für die Überwindung der Dualität. Was bleibt, wenn mir das genommen wird, womit ich mich so sehr identifiziere? Chinnamasta lehrt sich von Anhaftungen zu lösen, um Verbindung zum höchsten Bewusstsein – unserer wahren Essenz – zu finden.

Verluste annehmen
Wenn das Yogastudio aufgelöst sein wird, werde ich mich wie die DHUMAVATI fühlen. Meine Vision von einem Yoga-Studio hat sich dann „in Rauch aufgelöst“. Die düstere Göttin segnet uns laut Diana Sans mit beruflichen Fehlschlägen und finanziellen Miseren. Dies soll uns die Chance geben, uns den eigenen Dämonen zu stellen und im Idealfall diese zu integrieren! Denn ihr wisst: aus tantrischer Sicht hat alles seine Daseinsberechtigung – auch Dinge, die wir vermeintlich „negativ“ nennen. Die Symbolik der Dhumavati erinnert daran, zu akzeptieren, dass letztendlich alle Dinge vergänglich sind.

Im Stillstand Kraft finden
BAGALAMUKHI ist schließlich die Göttin des Stillstands. Ich drücke die Pausentaste, um mich mehr und intensiver meiner eigenen Yoga-Praxis zu widmen und neu zu finden. Nachdem ich doppelt so lange selbständig war wie in der längsten Festanstellung, wünsche ich mir eine Veränderung. Ich gönne mir eine Auszeit zum Durchatmen, um mich zu sortieren und zu überlegen, wo mein Weg hinführen soll. Bagalamukhi repräsentiert die Kraft des Schweigens und der Sprachlosigkeit. Sie hilft, über negative Gedanken und Worte hinauszuwachsen und kreative Energie in neue Kanäle zu lenken.
Yoga hat mich in den letzen 25 Jahren so reich beschenkt, dass es immer Teil meines Lebens sein wird: meine eigene Yoga-Praxis ebenso wie das Yoga unterrichten und lehren. Und so hoffe ich, dass mich bald MATANGI segnet, die Göttin der inneren Stimme und der kreativen Ausdrucksformen. Freut euch auf inspirierende Workshops und Retreats. Sicher zeigt sich bald KAMALA auch bekannt als LAKSHMI – sie steht für materielles und spirituelles Wohl. So dass ich nach der Ent-Täuschung, dass nichts von Dauer ist, die Vielfalt und Möglichkeiten des Lebens erkenne. Und schließlich LALITA oder TRIPURA SUNDARI: Diese Göttin wird mit der Schönheit unseres Daseins assoziiert.
Dies sind Phasen des Zyklus', die wir als vermeintlich "angenehm" empfinden. Auch zeigen sich die Göttinnen in einem fröhlicheren Gewand. Wahre Transformation findet jedoch in Zeiten der Auflösung und Zerstörung statt. Wenn wir uns fragen müssen, womit wir uns identizieren und woran wir anhaften.

Matangi

Kamala / Lakshmi

Lalita / Tripura Sundari
Die Welt ist im ständigen Wandel und manchmal bleibt uns nichts anderes übrig, als Veränderungen zu akzeptieren. Allerdings gestalten wir Menschen den Wandel durch unser Handeln mit – mal im Großen, mal im Kleinen, mal im Guten und manchmal auch im Schlechten. Wir tragen die Verantwortung für unser Handeln und das, was daraus entsteht. Alle spirituellen Praktiken regen dazu an, uns immer wieder zu hinterfragen: Was braucht es, um in tiefer Verbundenheit und Zufriedenheit zu leben? Welche Auswirkung hat unser Streben nach Glück und Erfüllung auf Mitmenschen, Tiere und Natur? Wertschätzen wir in Dankbarkeit die vielfältigen Gaben des Lebens?
Wenn ein Holzscheit, das gerade zu brennen begonnen hat, in die Nähe eines starken Feuers gebracht wird, dann wird sein Brennen verstärkt,
auch wenn es nach einer Weile von dem größeren Feuer getrennt wird.
Es ist schließlich dasselbe Feuer. Ein solches Feuer zu sein ist eine der Funktionen eines spirituellen Lehrers.
Das Team der Lotusblume und ich wünschen uns, dass wir für euch diese Feuer waren und weiterhin sind. Im nächsten Newsletter erfahrt ihr mehr über das neue Angebot.
Im Original Newsletter findest du Bilder der Göttinnen.
