
"Herbstblätter fallen nicht, sie fliegen. Sie nehmen sich Zeit und genießen ihre einzige Chance, frei zu sein. Sie blitzen im Sonnenlicht, wirbeln, segeln und flattern auf den Schwingen des Windes."
Delia Owens zeichnet mit diesen Zeilen ein versöhnliches Bild des Herbstes. Dieser gehört mit dem Winter zu den ungeliebten Jahreszeiten. Völlig zu Unrecht, finde ich. O.k., die Tage sind kurz, es ist feucht und kalt, der Himmel ist oft grau. Aber ist das wirklich schlecht? Es ist eben anders als im Sommer oder Frühling. Und wer genau hinschaut, nimmt die Schönheit der Nachsaison wahr. Zu keiner anderen Jahreszeit gibt es diese strahlenden Herbsttöne und scheinbar unendliche Grau-Schattierungen. Es riecht erdig, feucht und nach reifen Früchten. Die Luft ist rein und morgens knackig kalt, während die magischen Nebel des November über die Lande ziehen. Und ab und zu zeigt sich sogar nochmal die Sonne von ihrer schönsten Seite.
Damit auch du dich wohlfühlst im Herbst, hier fünf Empfehlungen:
1. Zeit der Innenschau
So, wie die Pflanzen jetzt ihre Kraft nach innen und tief unter die Erde in die Wurzeln ziehen, schaffe Momente der Einkehr. Yoga bietet diverse Techniken des Rückzugs:
Asanas – die Körperübungen, bringen dich weg vom Grübeln hin zum Spüren. Praktiziere sanftes, entspannendes Yang to Yin Hatha Yoga (Präsenz & Online).
Pranayama – die Atemübungen fördern die Entspannung, indem sie das Nervensystem beeinflussen und den Puls senken. Und das geht ganz einfach: Schließe die Augen und beobachte für einige Minuten wie dein Atem ein- und ausströmt.
Meditation – regelmäßig praktiziert kann sie psychische Beschwerden wie Ängste und Depressionen lindern. Die Pratyahara Meditation findest du als Audio-Datei am Ende des Beitrages.
Svadhyaya – die Kunst der Selbsterforschung. Der Herbst ist die Zeit, um die Ernte einzufahren. Nutze die Übergangszeit, um das vergangene Jahr zu reflektieren. Betrachte die Ergebnisse und Erfahrungen deines Handelns. Ziehe Bilanz aus den Erkenntnissen dieser Innenschau. So gewinnst du Kraft und Weisheit für ein zufriedenes Leben.
2. Zeit des Loslassen & der Neuorientierung
Die Bäume zeigen uns im Herbst das Prinzip des Loslassens. Das Leben besteht aus den Phasen Entstehen, Bestehen und Vergehen. Alles, was in der materiellen Welt existiert, ist vergänglich. Unsere Lebensaufgabe besteht darin, das zu akzeptieren und uns von Anhaftungen sowie Abneigungen zu lösen.
So wie die Bäume ohne Bedauern ihre Blätter fallen lassen, lasse los von Dingen, die dir nicht guttun: Menschen, Gewohnheiten, Glaubenssätze oder Hab und Gut. Wenn dir etwas auf der Seele lastet, beobachte die Herbstbäume und lerne mit ihnen loszulassen. Atme bewusst aus. Sage dir innerlich mit jeder Ausatmung „Loslassen!“ Statt die Dinge verändern zu wollen, akzeptiere was ist. Stelle dir vor, wie sich mit jeder Ausatmung geistiger Widerstand, körperliche Verspannung und emotionale Härte auflösen, so dass du empfindsam und empfänglich wirst.
3. Zeit der Routine & des Ausgleichs
Um den Schwankungen des herbstlichen Wetters entgegenzuwirken, behalte eine tägliche Routinen bei, damit du nicht aus dem Gleichgewicht kommst. Du solltest zur selben Uhrzeit aufstehen und schlafen gehen, regelmäßige Mahlzeiten zu dir zu nehmen, über den Tag verteilt warmes Wasser trinken. Eine regelmäßige Yoga Praxis von langsam und meditativ ausgeführten Asanas bringen Körper, Geist und Seele in Balance.
4. Zeit der Wärme & des Wohlbefindens
Wärme ist eine der wichtigsten Begleiterinnen durch den Herbst, da sie die Auswirkungen des Vata Dosha, das mit Kühle verbunden ist, ausgleicht. Iss warm. Trinke warm. Gönne dir wohlige Bäder am Abend oder ein Fußbad. Halte generell Füße, Hände und Kopf warm. Wärme entspannt die Muskeln, durchblutet den Körper und fährt das gesamte Nervensystem herunter.
Praktiziere die Tiefenentspannung Yoga Nidra, bei der Körper und Geist durch geführte Anleitungen zur Ruhe gebracht werden. Yoga Nidra wird im Liegen praktiziert, um Stress abzubauen und geistige Klarheit sowie emotionales Gleichgewicht zu unterstützen. Du findest eine Audio-Datei Yoga Nidra am Ende des Beitrages.
5. Zeit der Erdung & der Ruhe
Damit die Herbstwinde uns nicht seelisch oder moralisch aus dem Gleichgewicht bringen, brauchen wir Erdung. Gehe in Kontakt mit Erde und Natur bei regelmäßigen Spaziergängen. Tageslicht, leuchtende Herbstfarben sowie frische Luft heben nicht nur die Stimmung, sondern stärken auch das Immunsystem.
Im Anusara Yoga vertiefen philosophische Herzthemen die Körperübungen und fördern persönliches Wachstum. Themen wie Erdung, Geborgenheit und Selbstvertrauen regen dazu an, alte Denkmuster aufzulösen und eine lebensbejahende Sicht auf das Leben zu finden. Dann fühlst du dich ruhig und gelassen. Du weißt, dass das Leben gut zu dir ist. In der Videothek findest du Anusara Yoga Videos z.B. "Finde deine Mitte." Oder erfahre die belebende Anusara Praxis vor Ort im Studio.
Audio-Dateien
Yoga Nidra - Der Yogische Schlaf
Die Pratyahara Meditation
Yoga Nidra - Der Yogische Schlaf
Die Pratyahara Meditation

"Der Herbst ist ein zweiter Frühling,
wo jedes Blatt zur Blüte wird." (Albert Camus)